Bildbearbeitungsprogramm kostenlos: 7 Programme im Vergleich

„Kostenlos" heißt bei Bildbearbeitungsprogrammen mindestens drei verschiedene Dinge: quelloffen und vollständig, kostenlose Stufe mit Grenzen, oder Testversion mit Wasserzeichen. Der Unterschied fällt oft erst auf, wenn die Arbeit fertig ist und der Export nicht geht.
Dieser Vergleich sortiert deshalb nicht nach Beliebtheit, sondern danach, was du tatsächlich vorhast — und nennt bei jedem Programm den Punkt, an dem es aufhört zu passen.
Kurz gesagt. Für vollwertige Retusche mit Ebenen: GIMP (installiert) oder Photopea (Browser). Für Fotoentwicklung aus RAW: Darktable. Für Grafiken, Vorlagen und Social-Posts: Canva. Für einzelne Aufgaben wie Zuschneiden, Komprimieren oder Umwandeln: ein Browserwerkzeug, das nur das eine macht.
Die drei Bedeutungen von kostenlos
Quelloffen und vollständig. GIMP, Krita, Paint.NET, Darktable. Keine Grenzen, kein Konto, kein Wasserzeichen. Der Preis ist die Einarbeitung und die Installation.
Kostenlose Stufe mit Grenzen. Canva, Pixlr, Photopea. Vollständig nutzbar, aber mit Grenzen bei Vorlagen, Speicherplatz, Ausgabeauflösung oder Werbung. Meist völlig ausreichend, solange du die Grenze kennst.
Testversion. Sieht kostenlos aus, ist aber eine Vorschau: Das Ergebnis bekommst du erst nach Zahlung oder mit Wasserzeichen. Das ist der Typ, bei dem Zeit verloren geht.
Die einfache Prüfung vor dem Anfangen: Lass etwas Kleines durchlaufen und exportier es sofort. Wenn der Export ohne Wasserzeichen und in voller Auflösung klappt, kannst du anfangen.
GIMP
Wofür: Vollständige Bildbearbeitung — Ebenen, Masken, Pfade, Retusche, Farbkorrektur.
Stärke: Funktional der nächste Verwandte von Photoshop im kostenlosen Bereich, und es gibt praktisch nichts, was damit nicht ginge. Quelloffen, ohne Konto, ohne Grenzen.
Grenze: Die Bedienung folgt einer eigenen Logik, die sich nicht aus Photoshop-Kenntnissen ableitet. Rechne mit Wochen, bis die Arbeit zügig läuft. Für eine gelegentliche Aufgabe ist der Aufwand größer als der Nutzen.
Passt für: Leute, die regelmäßig bearbeiten und bereit sind, sich einzuarbeiten.
Photopea
Wofür: Dasselbe wie GIMP, aber im Browser und mit einer Oberfläche, die Photoshop nachempfunden ist.
Stärke: Öffnet PSD-Dateien mit Ebenen — das ist der Punkt, an dem es sich von allen anderen abhebt. Wer eine Photoshop-Datei bekommt und sie öffnen muss, ist hier in zwei Minuten fertig. Keine Installation.
Grenze: Werbefinanziert in der kostenlosen Stufe, und bei sehr großen Dateien merkt man, dass es im Browser läuft.
Passt für: Alle, die aus Photoshop kommen oder PSD-Dateien öffnen müssen.
Krita
Wofür: Digitales Malen und Illustration.
Stärke: Die Pinsel-Engine gehört zum Besten, was es gibt, kostenlos oder nicht. Quelloffen und ohne Grenzen.
Grenze: Nicht für Fotobearbeitung gebaut. Farbkorrektur und Retusche sind vorhanden, aber nicht der Schwerpunkt.
Passt für: Illustration, Konzeptzeichnung, alles mit Stift und Tablett.
Darktable
Wofür: Fotoentwicklung aus RAW-Dateien, Verwaltung großer Bildbestände.
Stärke: Nicht-destruktive Bearbeitung — das Original bleibt unangetastet, alle Änderungen sind jederzeit rücknehmbar. Der kostenlose Gegenpart zu Lightroom.
Grenze: Kein Werkzeug zum Zusammenbauen von Bildern. Ebenen und Montage gibt es nicht; dafür brauchst du ein zweites Programm.
Passt für: Alle, die mit einer Kamera fotografieren und in RAW arbeiten.
Paint.NET
Wofür: Der Mittelweg zwischen Windows-Paint und GIMP.
Stärke: In zehn Minuten bedienbar. Ebenen, gängige Anpassungen, Erweiterungen — genug für die meisten Alltagsaufgaben, ohne Einarbeitungszeit.
Grenze: Nur Windows. Keine professionelle Retusche, keine Farbprofile für den Druck.
Passt für: Gelegentliche Bearbeitung unter Windows.
Canva
Wofür: Grafiken, Social-Posts, Präsentationen, Plakate — alles, was aus Vorlagen entsteht.
Stärke: Von allen hier das mit der kürzesten Zeit bis zum ersten brauchbaren Ergebnis. Die Vorlagen kennen die Plattformformate bereits.
Grenze: Kein Bildbearbeitungsprogramm im engeren Sinn. Retusche, Freistellen in schwierigen Fällen und Farbkorrektur auf Pixelebene sind nicht der Zweck. Ein Teil der Vorlagen und Funktionen ist der kostenpflichtigen Stufe vorbehalten. Was sonst noch als Alternative in Frage kommt, steht im Beitrag zu den Canva-Alternativen.
Passt für: Leute ohne Designhintergrund, die regelmäßig Grafiken brauchen.
Pixlr
Wofür: Schnelle Bearbeitung im Browser, mit KI-Funktionen.
Stärke: Zwei Oberflächen — eine einfache für schnelle Anpassungen, eine ausführlichere mit Ebenen. Keine Installation.
Grenze: Die kostenlose Stufe begrenzt die Zahl der Vorgänge und blendet Werbung ein.
Passt für: Zwischendurch, wenn nichts installiert werden soll.
Wenn es eine einzelne Aufgabe ist
Der häufigste Fall wird von Vergleichen wie diesem regelmäßig übersehen: Die meisten Leute wollen kein Bildbearbeitungsprogramm, sondern eine Sache erledigen. Ein Bild kleiner machen, ein Format umwandeln, etwas Störendes wegbekommen, einen Hintergrund entfernen.
Dafür ein Programm zu installieren oder sich in eine Oberfläche mit vierzig Werkzeugen einzuarbeiten, ist unverhältnismäßig. Einzelwerkzeuge im Browser sind hier schlicht schneller:
- Bilder komprimieren, wenn die Datei zu groß ist
- In JPG umwandeln, wenn Windows die HEIC-Datei vom iPhone nicht öffnet
- Hintergrund entfernen für Produktbilder und Porträts
- Bilder zuschneiden auf ein Plattformformat
- Wasserzeichen entfernen und andere Störungen wegradieren
Alle davon laufen im Browser, ohne Konto, und die Dateien verlassen dein Gerät nicht.
Was KI daran geändert hat
Drei Aufgaben, die früher Handarbeit in einem Bildbearbeitungsprogramm waren, sind heute ein Klick:
Freistellen. Was früher Pfade zeichnen und Masken nacharbeiten hieß — und bei Haaren eine halbe Stunde dauerte — ist heute automatisch und meistens besser als von Hand.
Störendes entfernen. Der Kopierstempel war das Werkzeug, mit dem man eine andere Bildstelle darüberkopierte. Heute wird der Bereich rekonstruiert statt überdeckt, was bei Mustern und Verläufen den ganzen Unterschied macht.
Vergrößern. Interpolation machte ein Bild größer und weicher. Rekonstruktion rechnet neue Bildinformation dazu, die zum Motiv passt.
Das bedeutet nicht, dass Bildbearbeitungsprogramme überflüssig wären — für alles, was Kontrolle über einzelne Pixel verlangt, sind sie weiterhin das richtige Werkzeug. Es bedeutet, dass die drei häufigsten Gründe, überhaupt eins zu öffnen, weggefallen sind.
Was bleibt
Entscheide nach der Aufgabe, nicht nach dem Funktionsumfang. Für Retusche und Ebenen: GIMP oder Photopea. Für RAW: Darktable. Für Vorlagen: Canva. Für eine einzelne Sache: ein Browserwerkzeug, das nur diese eine Sache macht.
Und prüf vor der Arbeit, ob der Export ohne Wasserzeichen klappt — nicht danach.

James Walker
Ich helfe Shopify- und Amazon-Händlern, ihre Produktfotos, Aktionsbanner und Werbevisuals zu verbessern. Ich konzentriere mich auf konkrete Verbesserungen, die ein Produkt glaubwürdiger machen und es besser verkaufen — ohne Designer-Jargon.
Häufige Fragen
Das hängt vom Zweck ab. Für vollwertige Retusche und Ebenen: GIMP oder Photopea. Für Fotoentwicklung aus RAW: Darktable. Für schnelle Grafiken und Vorlagen: Canva. Für einfaches Zuschneiden und Anpassen: Paint.NET oder ein Browserwerkzeug. Ein Programm, das alles gleich gut kann, gibt es nicht.

















