Prompts für KI-Bilder: so schreibst du sie gut

Claire DuboisClaire Dubois
Schreibtisch mit Laptop und ausgedruckten KI-Bildern aus guten Prompts: Serumflasche auf Stein, Café-Szene, Porträt und Plakat mit Farbverlauf

Gute Prompts für KI-Bilder ersetzen Gefühle durch Fakten. „Ein hochwertiges, auffälliges Produktfoto“ gibt einem Modell nichts zum Zeichnen, also greift es auf seine Standardbilder zurück. „Eine Serumflasche aus Milchglas auf grauem Travertin, tief stehende Sonne von rechts, 4:5, links Platz für Text“ gibt ihm ein Bild. GPT Image 2.5, das Modell hinter ChatGPT Images, setzt solche Anweisungen genau um, und dieselben Gewohnheiten funktionieren auch bei Nano Banana Pro und den meisten anderen Bildmodellen.

Kurz gesagt. Ein guter Bild-Prompt sagt zuerst, wofür das Bild ist, beschreibt dann Motiv, Umgebung, Licht und Bildaufbau so, wie eine Kamera sie sehen würde, setzt jeden Text in Anführungszeichen und nennt, was fehlen soll. Bearbeitungen klappen am besten nach dem Muster „Ändere nur X, lass Y unverändert“, eine Änderung pro Runde.

Was einen guten Bild-Prompt ausmacht

Drei Eigenschaften trennen Prompts, die funktionieren, von denen, die es nicht tun.

Er beschreibt Sichtbares. Bildmodelle übersetzen Wörter in visuelle Merkmale. „Weiches Fensterlicht von links“ ergibt eine Schattenrichtung und einen Kontrast, „hochwertig“ ergibt nichts Bestimmtes. Jedes Adjektiv im Prompt sollte einen Test bestehen: Könnte ein Fotograf oder eine Designerin im fertigen Bild darauf zeigen? Wenn nicht, ersetz es durch etwas, worauf man zeigen kann.

Er nennt das Ergebnis zuerst. OpenAIs Leitfaden zum Image Prompting empfiehlt, Motiv und Verwendungszweck (Produktfoto, Werbeanzeige, Diagramm) gleich zu benennen, dazu Bildaufbau, Seitenverhältnis und wichtige Vorgaben zur Platzierung. Weiß das Modell, dass es eine Anzeige ist, lässt es Platz für Text; weiß es, dass es ein Diagramm ist, bleibt es flach und gut lesbar.

Er ist genau, wo es zählt, und schweigt, wo es egal ist. Ein Prompt muss nicht jedes Pixel beschreiben. Er braucht die Details, wegen derer du ein Bild verwerfen würdest: die Produktfarbe, den Text, den Ausschnitt, die Stimmung des Lichts. Den Rest überlässt du dem Modell und beurteilst das Ergebnis.

Die Form ist weniger wichtig als oft angenommen. Laut demselben Leitfaden können kurze Prompts, beschreibende Absätze, JSON-artige Strukturen, Anweisungen und Tags dieselbe Absicht ausdrücken. Entscheidend ist ein Prompt, der sich leicht lesen und ändern lässt, keine besondere Syntax. JSON-Vorlagen sind also eine Möglichkeit, kein Muss.

Die fünf Bausteine eines KI-Bild-Prompts

Die meisten starken Prompts bestehen aus denselben fünf Teilen, ungefähr in dieser Reihenfolge:

BausteinWas hineingehörtBeispiel
1. Ergebnis und MotivWofür das Bild ist, dann Hauptobjekt oder Person, mit Material„Produktfoto einer Serumflasche aus Milchglas mit goldener Pipette“
2. UmgebungUntergrund, Ort, Hintergrund„auf einer Platte aus rauem grauem Travertin“
3. Licht und FarbeLichtquelle, Richtung, Charakter, Farbpalette„Nachmittagssonne von rechts, langer weicher Schatten“
4. Bildaufbau und FormatAusschnitt, Kameraperspektive, Platzierung, Seitenverhältnis„4:5 hochkant, Flasche links der Mitte, rechts freie Fläche“
5. Text und AusschlüsseExakter Wortlaut in Anführungszeichen und Position; was fehlen soll„kein Text, keine Requisiten“

Zusammengesetzt:

Produktfoto einer Serumflasche aus Milchglas mit goldener Pipette auf einer Platte aus rauem grauem Travertin, Nachmittagssonne von rechts mit langem weichem Schatten, 4:5 hochkant, Flasche leicht links der Mitte, rechts freie Fläche für Text, kein Text, keine Requisiten.

Die Reihenfolge ist kein Zaubertrick, aber sie folgt der Art, wie eine Designerin ein Briefing liest: Was ist es, wo steht es, wie ist es beleuchtet, wie ist es angeschnitten, was steht darauf. Wenn ein Ergebnis danebenliegt, zeigen die fünf Bausteine auch, wo du suchen musst. Ein flaches, lebloses Bild hat meist zu wenig Baustein 3; ein Bild, das sich im Layout schlecht beschneiden lässt, meist zu wenig Baustein 4.

Für komplexe Szenen mit mehreren Personen oder Objekten schlägt OpenAI vor, den Prompt in beschriftete Abschnitte zu teilen (Szene, Motiv, Details, Vorgaben), statt alles in einen langen Satz zu packen. So bleiben die Eigenschaften jedes Objekts beim richtigen Objekt.

Schwache und starke Prompts im Vergleich

Am schnellsten wirst du besser, wenn du einen schwachen Prompt nach dem anderen umschreibst. Jede Umformulierung unten schließt eine bestimmte Lücke:

Schwacher PromptStarker PromptWas sich geändert hat
„Ein professionelles Foto von unserem Kaffee“„Produktfoto eines 250-g-Kaffeebeutels aus Kraftpapier auf einer dunklen Nussbaum-Theke, Morgenlicht vom Fenster links, ein paar lose Bohnen davor, 4:5, Beutel im rechten Drittel, kein Text“Objekt, Untergrund, Licht und Ausschnitt benannt
„Atemberaubende Landschaft bei Sonnenuntergang, 8K, ultra detailliert“„Weitwinkel-Landschaftsfoto vom Wattenmeer bei Sonnenuntergang, tiefe Sonne hinter dünnen Wolken, orange und violetter Himmel spiegelt sich in den Prielen, 16:9, Horizont im unteren Drittel“Qualitätswörter durch Szene und Farben ersetzt
„Mach ein Plakat für unser Event“„Plakat im Format 2:3 für einen Sommernachtsmarkt. Oben der Titel ‚Nachtmarkt‘ in fetter Retro-Serifenschrift. Darunter: ‚Samstag, 12. Juli · 18–23 Uhr‘. Illustration mit Lichterketten und Marktständen, Palette aus Marineblau, Gelb und Koralle“Format, Texthierarchie und Palette festgelegt
„Eine glückliche Frau mit Laptop“„Ungestelltes Foto einer Frau Mitte dreißig, die an einem Fensterplatz im Café über etwas auf ihrem Laptop lacht, natürliches Seitenlicht, auf Augenhöhe fotografiert, 3:2, Gesicht im Dreiviertelprofil“Handlung, Ort und Kameraposition ergänzt
„Mach es schöner“„Lass Bildaufbau und alle Objekte unverändert. Hell die Schatten leicht auf und mach den Weißabgleich wärmer, wie bei Licht am späten Nachmittag“Änderung benannt und festgelegt, was bleibt

Keiner der starken Prompts enthält „schön“, „hochwertig“ oder „professionell“. Diese Wörter schaden kaum, aber sie helfen auch nicht, und sie verdrängen die Details, die tatsächlich etwas bewirken.

Prompts für Text im Bild

Lesbare Schrift war der größte Sprung in ChatGPT Images 2.0, und GPT Image 2.5 behält ihn bei. Trotzdem muss sie präzise angefordert werden:

  • Den exakten Wortlaut zitieren. In Anführungszeichen gesetzte Wörter behandelt das Modell als Text, der gesetzt werden soll, nicht als Beschreibung.
  • Position und Gestaltung nennen. „Oben über die ganze Breite, fette schmale Grotesk, weiß“ legt Lage, Schriftstärke und Farbe fest.
  • Kurz bleiben. Überschriften, Preise, Daten und kurze Beschriftungen kommen sauber; in längeren Absätzen schleichen sich Fehler ein.
  • Ungewöhnliche Namen buchstabieren. OpenAIs Leitfaden empfiehlt das für Markennamen und seltene Wörter.
  • Füllstoff verbieten. Mit „kein zusätzlicher Text“ erfindet das Modell keine Slogans rund um deinen Text.

Dann Korrektur lesen, und zwar jedes Ergebnis, bevor es irgendwo veröffentlicht wird. Bei deutschem Text gehören Umlaute, ß und lange Komposita zur Prüfung dazu.

Prompts für Bearbeitungen: „Ändere nur X, lass Y unverändert“

Ein vorhandenes Foto zu bearbeiten ist eine andere Art von Prompt. Das Modell muss genauso wissen, was es in Ruhe lassen soll, wie was es ändern soll. Das Muster, das OpenAI empfiehlt: „change only X“, also „ändere nur X“, gefolgt von einer Liste dessen, was erhalten bleiben soll:

Ändere nur die Farbe des Sofas in ein tiefes Olivgrün. Stoffstruktur und Form des Sofas, das Licht und alle anderen Gegenstände im Raum bleiben genau so, wie sie sind.

Was in die Liste der unveränderten Dinge gehört, hängt von der Änderung ab. Bei einer Person: Gesicht, Frisur, Hautton, Gesichtsausdruck. Bei einem Produkt: Form, Etikett, Farben, Proportionen. Bei einer Szene: Anordnung, Kameraperspektive, Licht.

Bearbeitungen scheitern auf vorhersehbare Weise: Je mehr du in einer Anfrage änderst, desto mehr interpretiert das Modell neu. Hintergrund tauschen, neu ausleuchten und neu beschneiden in einem Prompt gibt ihm drei Gelegenheiten abzudriften. Eine Änderung pro Runde, mit jedes Mal wiederholter Liste, hält das Motiv deutlich länger stabil. Wie das im Chat konkret aussieht, zeigt der Beitrag zur ChatGPT-Bildbearbeitung.

In Runden verbessern, ohne dass das Bild abdriftet

Die meiste Qualität entsteht beim Nachbessern, und dafür gelten eigene Regeln:

  1. Eine Sache pro Runde ändern. Wenn du Licht und Ausschnitt gleichzeitig änderst und das Ergebnis schlechter wird, weißt du nicht, woran es lag.
  2. Vergleichen, bevor du ergänzt. Leg das neue Ergebnis neben das vorherige, bevor du die nächste Anweisung obendrauf setzt.
  3. Wichtiges wiederholen. „Gleicher Stil wie vorher“ trägt eine oder zwei Runden. Sobald Details verrutschen, schreib sie wieder aus.
  4. Das letzte Ergebnis weiterverwenden. Bearbeite das Bild, das dir gefällt, statt mit dem ursprünglichen Prompt neu zu erzeugen; damit fängt das Würfeln von vorn an. Auch das empfiehlt OpenAI: das vorige Ergebnis als Grundlage der nächsten Bearbeitung nehmen, eine Änderung anfordern und die zu erhaltenden Details wiederholen.

Mit Referenzbildern arbeiten

Mit Referenzfotos zeigst du, statt zu beschreiben, aber das Modell muss wissen, wofür jedes Bild da ist. Nummerier sie und gib jedem eine Rolle: „Bild 1 ist das Produkt, behalte es genau so bei. Bild 2 ist die Stilreferenz, nur für Licht und Farben. Bild 3 ist der Hintergrund.“ Ohne Rollen übernimmt ein Modell womöglich das Falsche aus dem falschen Bild, etwa die Farbe des Hintergrundfotos, die auf das Produkt abfärbt.

Bei Personen gilt dieselbe Struktur aus „behalten“ und „ändern“: „Verwende mein hochgeladenes Foto. Gesicht, Frisur und Ausdruck bleiben unverändert. Ändere den Hintergrund in ein schlichtes Hellgrau und das Oberteil in einen marineblauen Blazer.“ Was zu tun ist, wenn die Ähnlichkeit trotzdem verloren geht, steht im Beitrag zum KI-Bewerbungsfoto.

Typische Fehler bei Bild-Prompts

  • Stimmungswörter statt Bildinhalt. „Innovativ“, „hochwertig“, „lebendig“: Ersetz jedes davon durch eine Farbe, ein Material oder eine Lichtquelle.
  • Das Seitenverhältnis nur im Text. „16:9“ zu schreiben hilft, aber das Format vor dem Erzeugen im Werkzeug einzustellen ist verlässlicher. Prüf vorher die Maße der Plattform, etwa die Instagram-Post-Größe.
  • Zu viele Motive in einem Satz. Eigenschaften springen zwischen Objekten hin und her. Nutz beschriftete Abschnitte oder getrennte Sätze.
  • Nach jedem Fehlversuch von vorn anfangen. Bearbeite lieber das Ergebnis, das am nächsten dran ist.
  • Pixelgenaue Kontrolle per Prompt erzwingen wollen. Wenn eine Bearbeitung immer wieder Bereiche verändert, die sie nicht anfassen soll, wechsle zu einem Werkzeug, das nur einen ausgewählten Bereich bearbeitet, etwa zum Objekte entfernen.

Wo du es ausprobieren kannst

Die Methode funktioniert in jedem Werkzeug mit GPT Image 2.5. In ChatGPT ist Images 2.5 auch im kostenlosen Plan verfügbar, mit einem Tageslimit, und du kannst eine Stelle im Bild kommentieren, um gezielt etwas zu ändern. Den Weg im Chat Schritt für Schritt beschreibt der Beitrag ChatGPT Bilder erstellen.

Der KI-Bildgenerator von Playyy nutzt standardmäßig dasselbe Modell, mit Nano Banana Pro und Nano Banana Lite im selben Menü, sodass du einen Prompt auf mehreren Modellen laufen lassen kannst. Vor dem Erzeugen wählst du eines von neun Seitenverhältnissen und 1K, 2K oder 4K als Auflösung. Das Ergebnis öffnet sich auf einer Arbeitsfläche, auf der Zuschneiden, Farbkorrektur, Hintergrund entfernen und das Anklicken einzelner Elemente die Änderungen übernehmen, die per Prompt schwer zu bekommen sind.

Zwei Dinge sparen dort Schreibarbeit. Die Prompt Gallery enthält über 1.000 ausgearbeitete Prompts für GPT Image und Nano Banana, praktisch, wenn du fertige Prompts als Vorlage nehmen oder sehen willst, wie präzise Prompts für Dutzende Aufgaben aussehen. Und wenn du die URL deiner Website einfügst, baut Playyy daraus ein Brand Kit mit Markenfarben, Schriften, Tonalität und Logo, sodass du deine Farbpalette nicht in jedem Prompt beschreiben musst. Wer vor allem mit Gemini arbeitet, findet im englischen Ratgeber zu Gemini-Foto-Prompts dieselben Ideen auf Nano Banana angewendet.

Das Wichtigste in Kürze

Gute Prompts für KI-Bilder beruhen auf drei Gewohnheiten. Beschreib, was eine Kamera sehen könnte, in der Reihenfolge eines Briefings: Ergebnis, Motiv, Umgebung, Licht, Ausschnitt, Text. Setz jedes Wort, das im Bild stehen soll, in Anführungszeichen und nenn, was fehlen soll. Und bearbeite in einzelnen Schritten, jeweils mit dem Hinweis, was gleich bleibt. Schreib einen Prompt auf diese Weise, vergleich ihn mit dem, was du bisher geschrieben hast, und der Unterschied zeigt sich schon in der ersten Runde.

Claire Dubois

Claire Dubois

Ich begleite Mode-, Beauty-, Lifestyle- und Hotelmarken bei Kampagnenführung, Markenerzählung und visueller Konsistenz. Was mich besonders interessiert: KI-Werkzeuge einsetzen, ohne Urteilsvermögen, Zurückhaltung und eine durchgehaltene Art Direction zu verlieren.

Häufige Fragen

Nenn zuerst, wofür das Bild ist, etwa Produktfoto oder Plakat. Dann folgen Motiv und Material, Umgebung, Richtung und Art des Lichts, Bildausschnitt und Seitenverhältnis sowie jeder Text in Anführungszeichen. Ersetz Stimmungswörter wie „hochwertig“ oder „atemberaubend“ durch sichtbare Details, schließ ein, zwei Dinge aus („kein zusätzlicher Text“) und stell das Seitenverhältnis im Werkzeug ein, nicht nur im Text.

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